
Im August 1997 beging die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Üdersdorf feierlich das 130jährige Jubiläum ihrer jetzingen Pfarrkirche, die am 24.08.1867 durch Definitor Kolb, Pfarrer zu Daun, eingesegnet wurde.
Dieser Bau, der 11.000 Taler kostete, war notwendig geworden, da eine bis dahin genutzte Kapelle aus dem Jahre 1667 baufällig geworden und zum Abriss freigegeben werden mußte. Außerdem war sie zu klein, nachdem Bischof Karl Manny, Trier, kraft päpstlichem Auftrag auf Betreiben der Besatzungsmacht Frankreich im Rahmen der Neuordnung des Bistums Trier die Errichtung der Pfarrei Üdersdorf vollzogen hatte. Die Pfarrei bestand nun
neben dem Pfarrort Üdersdorf (bisher Pfarrei Daun, Bistum Köln) aus den Filialen Weiersbach (bisher Pfarrei Steinborn) und Trittscheid (bisher Pfarrei Mehren).
Die geräumige Kirche besteht aus einem Chorraum mit einem Hoch- und einem Zelebrationsaltar, zwei sich gegenüberliegenden Sakristeien, einem Längsschiff mit Taufbecken, Kanzel und Empore einschl. einer im Jahre 1998 renovierten zweimanualigen Pfeifenorgel und einem Turm, bestückt mit drei Glocken aus dem Jahre 1971 aus der Glockengießerei Mark, Brockscheid.
Von einigen Vakanzen abgesehen war und ist die Pfarrstelle noch immer besetzt;
Zusammen mit den Pfarreien Bleckhausen und Niederstadtfeld bildet die derzeit 1061 Seelen umfassende Pfarrei Üdersdorf eine Seelsorgeeinheit im Dekanat Daun. In unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich das Pfarrhaus und ein Pfarrheim. Die Pfarrei ist Träger des dreigruppigen Kindergartens St. Elisabeth in Üdersdorf.
Kontaktadresse:
Kath. Pfarramt St. Bartholomäus
Manderscheider Str. 1
54552 Üdersdorf
Tel.: 06596/214
Fax: 06596/403
| 6. - 7. Jh. | erfolgt vermutlich die Entstehung Üdersdorfs als fränkische Siedlung | |
| 1098 | möglicherweise erstmalige Erwähnung Trittscheids als "Tritmunda" | |
| 1148 | erste urkundliche Erwähnung Tettscheids als "Texscithe" | |
| 25.11.1287 | wird Üdersdorf erstmalig durch den Ritter "de Palatio" urkundlich erwähnt | |
| 1353 | erfolgt die Zerstörung von Daun und somit die Übernahme der Herrschaft durch Kurtrier über Daun, Üdersdorf, Tettscheid, Trittscheid und andere Orte | |
| 26.11.1451 | erste urkundliche Erwähnung Trittscheids als "Dritscheid" | |
| 1466 | der erste Üderdorfer Bürger, der namentlich erwähnt wird, ist der Schultheiß "Hensing" | |
| 1563 | hat Üdersdorf 32 Haushaltungen, Trittscheid und Tettscheid je 7 | |
| 1567 | werden die Ortschaften Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid sowie die nähere Umgebung erstmals auf einer Karte erfaßt | |
| Um 1600 | wird die Trittscheider Mühle erwähnt, die vermutlich zwischen 1626 und 1642 zerstört wird | |
| 1653 | stehen kurz nach Ende des 30-jährigen Krieges in Üdersdorf nur noch 4 Haushalte | |
| Seit 1670 | sind alle Üdersdorfer Neugeborenen in einem Taufregister festgehalten, die Trittscheider Täuflinge ab 1782, die Tettscheider ab 1780 | |
| 1685 | Martin Feilen läßt das Sandsteinkreuz anfertigen, das noch heute gut erhalten gegenüber der Pfarrkirche St. Bartholomäus zu besichtigen ist |
|
| 1717 | baut Üdersdorf die erste Kirche, vorher bestand nur eine Kapelle | |
| 1719 | erhält Üdersdorf die Erlaubnis, einen Friedhof bei der Kirche anzulegen | |
| 1750 | Pfarrer Otto (Daun) erwähnt die erstmalige Anpflanzung der Kartoffel im hiesigen Raum |
|
| 1753 | erhält die Zentenei Üdersdorf eine Polizeiordnung | |
| 1773 | hat Üdersdorf 168, Trittscheid 104 und Tettscheid 64 Einwohner | |
| 1774 | erfolgt in Trittscheid der Bau der Thekla-Kapelle. In ihr befindet sich die Glocke des Grafen von Manderscheid, die 1650 gegossen wurde |
|
| 1795 | wird Üdersdorf Bürgermeisterei und somit Sitz eines Verwaltungsbezirkes | |
| um 1840 - 1880 | verlassen etliche Üdersdorfer, Trittscheider und Tettscheider die Heimat und wandern nach Amerika oder andere Länder aus | |
| 9.5.1803 | Üdersdorf wird Pfarrsitz - Johann Adam Schreiner wird zum ersten Pfarrer von Üdersdorf ernannt. Trittscheid wird Filiale von Üdersdorf - Tettscheid Filiale von Brockscheid (beide gehörten vorher zur Pfarrei Mehren) | |
| 1803 | mit Gründung der Pfarrei wird Üdersdorf auch Schulstandort für die Pfarrdörfer Üdersdorf, Trittscheid und Weiersbach | |
| Juli - Nov. 1823 |
erfolgt eine Landvermessung in Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid. Üdersdorf besteht aus 2 Ortsteilen, der Teil um die Kirche umfaßt 32 Gebäude, der gegenüberliegende "Überenn" 23 | |
| 1824 | baut Üdersdorf ein Schulhaus ohne Lehrerwohnung (heutiges Jugendheim). Vorher wurde der Unterricht im Pfarrhaus gehalten | |
| 1840 | hat Üdersdorf 583 Einwohner |
|
| seit 1846 | bringen Landbriefträger Post in die Dörfer der Eifel | |
| 1848 | wird die Hauptverkehrsstraße von Daun nach Manderscheid gebaut, die durch Üdersdorf führt | |
| 1852 | wird in Üdersdorf ein neuer Friedhof auf dem Berg angelegt | |
| 1.3.1858 | herrscht in Trittscheid eine Brandkatastrophe, der 10 Wohn- und 13 Ökonomiegebäude zum Opfer fallen | |
| 1866 - 1867 | baut Üdersdorf eine neue Pfarrkirche | |
| 1869 - 1872 | wird das bestehende Schulgebäude in Üdersdorf erweitert und gegenüber ein Ökonomiegebäude für die Lehrer gebaut | |
| 1876 | sind nach einem Unwetter in Üdersdorf viele Strohdächer beschädigt | |
| seit 1885 | hat Üdersdorf eine eigene Poststelle - seit 1.8.1897 kann Üdersdorf auch telefonisch erreicht werden | |
| 1889 | gründet Lehrer Schenk in Üdersdorf einen Kirchenchor | |
| 1902 | baut Tettscheid eine eigene Schule, in der ab 2. Nov. 1903 Unterricht erteilt wird |
|
![]() |
Grußkarte aus Tettscheid um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) |
|
| 1903 | baut Tettscheid eine neue Kirche | |
| 1908 | schließen sich Handwerker der Pfarrei Üderdorf zu einem Verein zusammen | |
| von 1909 - 1914 | werden an verschiedenen Stellen der Gemarkungen Üdersdorf und Trittscheid Mutungen angelegt bzw. Erze abgebaut | |
| ab 1911 | können auch Trittscheid und Tettscheid telefonisch erreicht werden - sie erhalten beide eine Posthilfsstelle |
|
| seit 1916 | hat Tettscheid einen Friedhof | |
| ca. 1919 | errichten Tettscheider Bürger ein Heiligenhäuschen am Ortseingang als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem I. Weltkrieg | |
| 1922 - 1924 | erfolgt die Versorgung unserer Ortschaften mit elektrischem Strom - Üdersdorf ab 7.3.1923 | |
| 1922 - 1923 | baut Üdersdorf eine Wasserleitung - im Juni 1925 verfügt es über eine zentrale Wasserversorgung - Trittscheid und Tettscheid erst ab 23.6.1948 | |
| 1936 | erhält Üdersdorf ein neues Schulgebäude | |
| 1948 | errichten Üdersdorfer Männer ein Kreuz auf der Aarley als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem II. Weltkrieg |
|
| 1961 | baut Trittscheid eine neue Kirche und einen Friedhof | |
| 1965 - 1966 | werden im Hasenberg bei Trittscheid Reste eines Mammuts gefunden | |
| 1970 | erhält Üdersdorf einen Kindergarten für die Kinder aus Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid und anderen Orten | |
| 1.1.1971 | erfolgt der Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid zur Ortsgemeinde Üdersdorf | |
| 1979 | findet man am Emmelsberg ein Mineral mit dem Namen "Jeremejiwit", das bisher nur dreimal auf der Welt gefunden wurde |
|
| 1987 | wird in Üdersdorf neben der Grundschule eine Mehrzweckhalle errichtet. | |
| Vom 23. - 26. Juli 1987 23. Juli 1987 |
begeht Üdersdorf die 700-Jahr-Feier.Gründung und Besiegelung einer Gemeindepartnerschaft mit dem Luxemburger Ort Junglinster |
|
| 1993 | erschließt die OG Üdersdorf ein Gewerbegebiet an der L 46. | |
| 2012 |
Im März stellt der OBM Klaus Schmitt zusammen mit dem Ersten Beigeordneten Günter Altmeier und einer Gruppe rüstiger Rentner eine famose Aussichtsplattform auf der Aarley fertig, an einem Ergänzungsweg des Eifelsteigs. |
|
Erste urkundliche Erwähnung von Üdersdorf am 25. November 1287 als Oistersdorf,
von Tettscheid im Jahr 1148 als Texscithe und von Trittscheid am 26. November 1451 als Dritscheit.
Früher war das Leben im Dorf geprägt durch Ackerbau und Viehzucht. Daran und an den menschlichen Grundbedürfnissen orientiert entstanden Handwerksbetriebe. So waren in den 20er Jahren neben Geschäftsleuten als hiesige Handwerker tätig: Schneider und Mühlenbauer, Anstreicher, Schuster, Schneider, Metzger, Schmiede, Stellmacher, Bäcker, Zimmerleute und Maurer.
In der Vergangenheit konnte Üdersdorf immer dankbar auf Bodenschätze vulkanischen Ursprungs zurückgreifen. In Lava- und Steingruben wurde und wird heute zum Teil noch ein reger Abbau betrieben. Dadurch erfahren die Gemeindekassen ordentliche Entlastung, zudem war ein großer Teil der Dorfbewohner dort berufsmäßig beschäftigt. Es wird vermutet, dass bereits die Römer in Üdersdorf Basalt abbauten. In den letzten Jahrhunderten wurden Mühlsteine zum Betreiben von Getreidemühlen aus den großen Basaltblöcken gebrochen. Heute finden Basalt und Lava vornehmlich im Straßen- und Hausbau Verwendung.
Mit dem "Wirtschaftswunder" und der damit einhergehenden steigenden Mobilität in der Bevölkerung bot sich neben der Arbeit im Dorf für die Bevölkerung lukrative Beschäftigung in den naheliegenen Kleinstädten. Die Landwirtschaft verlor als Betätigungsfeld nach und nach an Bedeutung. Sie wird nur noch an einer Stelle im Dorf hauptberuflich betrieben. So rückt der Gedanke an die Landschaftspflege stetig in den Vordergrund.
Das Gewerbe in Üdersdorf hat weiterhin "goldenen Boden". Ein spezifisch für Gewerbebetriebe ausgewiesenes Baugebiet findet in der heimischen Unternehmerschaft regen Zuspruch.
| Mein Heimatdorf | ||
|
Oase mitten im sieht's aus der Ferne Das Dorf ist uns Schutz Seine Menschen sind uns Hier spürt man Gemeinschaft, Hier erlebt man Stille am Murmeln des Trombachs die Lieser auf langen Den Blick von der Tellerley |
![]() |
|
|
Über Berge und Wipfel Deine Heimaterde, die Deine Aarley, die stolze, Vor ihr liegt das Dorf Auf ihrem Gipfel das Kreuz, |
Zum Dank wurde es Den Fremden grüßen auch Zwei kleine Dörfer, In stiller Lage, (Katharina Gruber, 1999) |
|